/ Kirche in der Ukraine / Vermittler der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche im XXI.Jahrhundert / Lubomyr Husar:
PAPSTBESUCH IN DER UKRAINE    
Juni, 23-27, 2001    
Kirche in der Ukraine

Christentum in der Ukraine im XXI Jahrhundert
Orthodoxe Kirchen in der Ukraine
Katholische Kirchen in der Ukraine
Die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche im Exil
Abriss aus der Geschichte des Christentums in der Ukraine
Ukrainische Mitkämpfer des Glaubens
Vermittler der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche im XXI.Jahrhundert


Lubomyr Husar

Lubomyr HusarLubomyr Husar, Obererzbischof und Kardinal (2001-bis jetzt) wurde am 26.Februar 1933 in Lviv geboren. 1944 ist er zusammen mit der Familie in die USA eingewandert. 1958 wurde er zum Priester und 1972 ging nach Rom, wo er zum Orden der Studiten  eintraf.  Kardinal Josyf Slipy übte 1977 die Handauflegung aus und weihte ihn zum Bischof für die Kirche in der Ukraine.

Husar weilte im Studitenkloster  in Hrottaferetti. 1992 kehrte er in die Ukraine zurück. Am 17.Oktober 1996 wurde er zum Bischof-Assistant für  Kardinal Lubachivsky ernannt. Nach Lubachivsky“s Tode wurde er durch den Synod der Erzbischöfe zum nächsten Obererzbischof gewählt. Die Intronisation fand am 28.Januar 2001 statt und am selben Tag wurde benachrichtigt, Papst Johannes Paul II. wählte ihn zum Kardinal.

Der Artikel über Kardinal Husar erschien in amerikanischer Zeitung „New York Times“ am 23. Februar 2001, einen Tag später, als er den Kardinalring bekommen hat. In diesem Artikel war die Rede von der Rolle der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche in den Beziehungen zwischen Rom und dem orthodoxen Christentum. Zu diesem Thema kehrte er wieder und wieder. Hier ist seine jüngste Rede zu diesem Thema, die er an Lviver Theologischen Akademie verkündete:



Nicht die Brücke, sondern ein Vermittler

Sehr oft wird gesagt,dass wir Katholiken eine Brücke zwischen Osten und Westen, zwischen byzantisch-slawischen und lateinischen Kulturen, zwischen Orthodoxen und Katholischen Kirchen seien. Eine Brücke verbindet zwei Ufer, aber hat kein eigenes Wesen, keine eigene Existenz. Sie ist nur eine Brücke, sie ist kein Boden, sie ist nichts. So scheint mir, dass die Bezeichnung der UGKK wie eine Brücke unvollkommen ist.

Unsere Kirche sehe ich wie einen Vermittler. Der Vermittler hat seine eigene Identität. Der Vermittler ist jemand oder etwas, er ist in beiden Seiten vorhanden. Das ist ein sehr wichtiges Moment. Er kann nicht nur verbinden, sondern auf eigene Art und Weise das Leben schenken.

Wir stehen an der Grenze von zwei grossen christlichen Kulturen: byzantisch-slawischen und lateinischen. Wegen der Umstände und wegen der historischen Entwicklung haben wir mit beiden zu tun: wir haben deutliche Spuren der byzantisch-slawischen Kultur –sie ist bei uns ursprünglich, haben aber auch klare Züge der westlichen, lateinischen Kultur.Wir müssen bestätigen, diese zwei grosse Kulturen,mit denen wir verbunden sind, kennen einander nicht: der Westen kennt den Osten nicht, der Osten kennt den Westen nicht.    



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